Mittwoch, 27. April 2016

Spontanvegetations-Salat





Er schmeckt - er schmeckt nicht - er schmeckt - er schmeckt nicht - er ....   ich hör ja schon auf. 

Kürzlich stolperte ich über dieses (un)schöne (Un)Wort für mein geliebtes (ohne un-!) (Un)Kraut: Spontanvegetation! Oder "unerwünschter Wildwuchs". Ebenso spontan bekam ich Appetit, und zwar auf eben jenen, den Wildwuchs, der nicht geplant, nicht gesät, nicht gepflanzt, aber nicht unerwünscht ist. 




Bei uns hat jede Pflanze, jedes Kraut erst mal ihre Daseinsberechtigung, und dann schaut man ganz in Ruhe, ob sie vielleicht eventuell ein ganz klein bisschen zu dominant wird, oder sich urplötzlich rasend vermehrt oder....  naja, kennt jeder Gärtner ja wohl aus eigener Erfahrung.

Als Kind (Jahrgang 68) habe ich jeden Sommer Unmengen von Sauerampfer gemampft, bis zum argen Bauchgrimmen. Nicht weil er soooo lecker war, sondern weil es etwas archaisches war: Eine Pflanze vom Wegesrand einfach so aufzuessen. Im Vorbeigehen herausgerupft und rein in den Mund. 

Mittlerweile, ein paar Jahre später, haben wir in Berlin einen lässigen Dachgarten, voller Rosen und Stauden, und auch hier macht sich hin und wieder etwas ungeplantes breit. Willkommen, schöner Löwenzahn! Und leider bist du heute unser Spontanvegetations-Salat.....


Und so hab ich´s gemacht: Die Löwenzahnblätter plus zwei Blüten "geerntet", alles kurz abgebraust, die Blätter mundgerecht zerteilt, dazu ein paar Radieschen und Frühlingszwiebeln, darüber ein Dressing aus Olivenöl, Zitronensaft, Pfeffer, einer Prise Zucker und getrockneten Gartenkräutern, und: fertig!


1 Kommentar:

Heike Ackermann hat gesagt…

Sieht lecker aus! Bei uns wächst auch ne Menge Beikraut 😊vor allem der Giersch und er landet regelmäßig in meinem Salat. Ich finde ihn schmackhaft. Aber trotzdem ärgere ich mich oft über seine Vitalität. ..
Liebe Grüße von Heike